Primus EtaPackLite

Für meine Norwegen-Reise habe ich nach einem leichten Kochsystem gesucht, welches mir auch bei widrigsten Bedingungen schnell und unkompliziert Schnee zu Wasser machen kann. Benzin mag ich nicht und Spiritus ist mir viel zu langsam - da war mir Finnland ein guter Lehrer, denn während die Spirituskocher noch brannten, hatte Jonas dank seines Gaskochers schon warmen Tee im Bauch. Gewicht hin, Bequemlichkeit her, es sollte also ein Gaskocher werden.

Gaskocher taugen nicht für den Winter, kann man überall nachlesen. Andererseits gibt es Menschen die jahrelang im Winter Gaskocher verwendet haben. Vielleicht eine Designfrage: Wie muß ein Gaskocher für den Wintereinsatz beschaffen ein? Er sollte...
... mit Handschuhen streßfrei bedienbar sein
... eine Vorwärmschlaufe für das Gas haben
... sich nicht in den Schnee "einschmelzen"
... eine externe Gaszuleitung haben
... noch einigermaßen leicht sein

Mit diesem Kriterienkatalog ging es dann recht schnell, und übrig blieb das EtaPackLite-System von Primus - ein Kochsystem bestehend aus
- dem eigentlichen Kocher
- einem Topf (ca. 1,1 Liter nutzbar) mit Wärmetauscher und integrierten Griff
- einem Windschutz
- einem Deckel
- zwei Plastikschalen/Topfschutz

Komplett wiegt das System knapp unter 600 Gramm und ist somit zwar nicht mehr ultraleicht, aber im Winter durchaus tragbar. Alle Einzelteile sind ineinander stapelbar, so dass zusammengepackt ein handliches Paket entsteht. Zusammengebaut ist er schnell und sonst gehört er nicht zu den langsamsten Kochern. Pro Stunde hat er bei durchschnittlich -18 Grad etwa 4,5 Liter kochendes Wasser aus Schnee gewonnen und dabei etwa 40 Gramm Gas pro Liter verbraucht. Die Performance des Kochers ist genial, und das Rauschen des Brenners gibt einem ein durchaus heimeliges Gefühl.

Benutzt habe ich normale Coleman-Kartuschen sowie das Powergas von Primus - beide nicht wirklich vorgewärmt. Verbrannt hat er auch bei -20 Grad so ziemlich alles, allerdings mochte er das Powergas deutlich lieber - ist halt eine Wintermischung. Hier hat sich auch der Vorteil der externen Zuleitung gezeigt, denn mit auf dem Kopf stehenden Kartuschen hat er durchweg geschnurrt wie eine Katze :)

Die Konstruktion ist durchdacht und komfortabel. Auch bei längeren Kocharien blieb der Standfuß lauwarm, und der Kocher hat sich nicht gen Erdmitte durchgeschmolzen. Der Wärmetauscher funktioniert super und der Windschutz ist 1A! Nur beim Aufbau st der Windschutz ein wenig sperrig und der Piezozünder hat sich noch am ersten Tag verabschiedet - wobei Letzteres nicht wirklich schlimm ist. Ich habe ihn abgeschraubt und nochmal etwa 25 Gramm eingespart :D

Ich würde den Kocher sofort wieder auf eine Wintertour mitnehmen, denn einmal angestellt brennt er und brennt er und brennt er... Und zwar sauber, schnell und sparsam - mit 40 Gramm Spiritus bringt man nämlich kein Liter Wasser aus Schnee zum Kochen, Holz für einen Woodburner gibt es nicht und Benzin stinkt!

Übrigens nochmals einen dicken Dank an die Jungs von Bergzeit, die mir den Kocher gaaanz kurzfristig zur Verfügung gestellt haben!

Primus EtaPackLite

Von links: Windschutz und Kocher, Topf und Deckel, Schutz für den Topf, Schutz für den Wärmetauscher - die beiden Schutzeinsätze sind super um Schnee in den Topf zu schaufeln, daraus zu Essen oder zu Trinken oder die Kartusche nicht auf dem kalten Schnee stehen zu lassen...

Topf mit Wärmetauscher

Der eigentliche Brenner - hier mit aufgeklappten Topfhaltern und der Vorwärmschlaufe für das Gas

Ein sauberes Flammenbild

Einfach auf festen Schnee stellen und kochen. Der Kocher bleibt stehen ohne sich einzuschmelzen

Kommentare:

Jonas hat gesagt…

Super.
Sieht mir ja wirklich nach einem fähigen Wintersetup aus.
unter -30 Grad wäre noch mal interessant!

Q Bloggt hat gesagt…

BTW: Was wird eigentlich mir unserem Date im Kühlhaus? Wobei, -30 gibts da sicher auch nicht... :D Temperaturen unter -25 sollten aber locker drin sein, notfalls die Kartusche vorwärmen und dann die Schlafsocke drüber...

Hans hat gesagt…

Selten so gelacht. Ein herrlich witziger, spritziger und frischer Reisebericht. War eine Freude, ihn zu lesen. Freue mich auch, ggfls mehr von dir zu hören! LG Hans

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