Schottland im März - ein Versuch mit 2174 Gramm

So, in ein paar Tagen geht es los nach Schottland - mit Marcel, Markus und zwei weiteren Mitstreitern machen wir für 5-6 Tage den WHW sowie den Ben Navis unsicher.

Meine Packliste ist diesmal etwas ambitionierter als sonst, denn nach vielem Hin und Her habe ich sie auf 2174 Gramm heruntergekürzt. Nun könnte ich sagen "Hey kids, don't do that at home", aber soooo schlimm ist es gar nicht. Klar, wirklicher Komfort ist etwas anderes, doch der Reiz unter solchen Bedingungen - die Wettervorhersage hat recht viel Regen angekündigt - zu reisen, und zu sehen was wirklich mit in den Rucksack muss, ist zu groß ;) Und das Packlisten immer individuell sind, muss wohl gerade hier nicht extra erwähnt werden...

Die Packliste gibt es übrigens auf Trekking-Ultraleicht.de zu sehen. Warum? Weil für meinen Geschmack ein bischen zu viel in den Blogs passiert und das Forum, der eigentliche Ursprung meines UL-Wahns, fast ein wenig "verwahrlost" was Packlistenbesprechungen angeht. Also, geht ins Forum, meldet euch an und diskutiert mit. Wir freuen uns... ;)

Zur Innenzelthöhe vom Vaude Power Tokee

Weils jetzt schon öfter angefragt wurde, nochmal zur Bestätigung: die Innenzelthöhe beträgt maximal 80 cm. Ebenfalls bestätigt durch einen - leider anonymen - Kommentator des Vaude-Power-Tokee-Beitrags hier im Blog.

Trotzdem finde ich es ausreichend groß, wenn man bedenkt, dass es ca. 800 Gramm wiegt aber durchaus stabil daher kommt! Es ist halt eben kein Tanzpalast sondern ein kleines aber vollwertiges 1-Personen-Zelt.

Und wie es ausschaut, wenn ein etwa 190 cm-Kerl ins Tokee möchte... Et voilá

Goodbye 2010 - Hello 2011

Die ersten 10 Tage das Jahres 2011 sind schon vorüber und Q schreibt einen Jahresrückblick für 2010. Dumm, ignorant, überflüssig? Weder noch - ich finde es lediglich schön das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen, denn es ist doch recht viel passiert. Und hätte ich es zum Jahreswechsel getan... Hand aufs Herz, hättest du es dann gelesen?

2010 war das Jahr der Reisen. Für mich zumindest, denn noch nie war ich innerhalb von 12 Monaten an so vielen unterschiedlichen Orten. TU-Treffen im Harz, TU-Tour nach Finnland, solo in der winterlichen Hardangervidda, TU-Treffen in Köln, in Korsika mit den zwei M's, im Jotunheimen mit den drei M's und abschließend noch ein TU-Treffen am Edersee. Was will man mehr? Und bei all dem Überfluss bleibt doch jede Tour für sich ein unvergessliches Erlebnis. Zumal ich immer noch hin und weg bin von der Korsikareise mit nur rund 2800 Gramm Ausrüstungsgewicht :D

Ansonsten war es aber auch nicht uninteressant. Unvergesslich die Cuben-Welle, das Vaude Power Tokee, der Monatauk Gnat, Jonas MYOG Mukluks, der 20lsgc oder der Bunker. Gerne erinnere ich mich auch an meinen Adventskalender und an Smarter Backpacking.

Außerdem finde ich, haben die Blogs deutlich an Qualität zugelegt. Texte werden professioneller, Bilder besser, Inhalte exklusiver. Und obwohl ich die zweite Hälfte des Jahres nicht unbedingt das aktivste Blog geführt habe, stiegen die Zugriffe Monat für Monat. Lesezeiten von etwa 7 Minuten im Mittel und viele Mails oder Kommentare zu bestimmten Produkten ersetzen in einigen Bereichen laut Statistik und Social-Media-Monitoring offensichtlich die Recherche auf den deutlich langsameren Printmedien, Presseberichts-Blogs oder Verlags-Webseiten. Outdoor-Blogs rücken mit ihren persönlichen, aber authentischen und fachlichen Beiträgen immer stärker in den Mittelpunkt der Industrie, und das zurecht.

Alles in Allem freue ich mich auf 2011, auf die Reisen, die Bekanntschaften, die Ausrüstung. Apropos, was gibt es 2011? Ich bin zeitlich nicht ganz so flexibel wie 2010, aber es sind insgesamt 8 Wochen Urlaub eingeplant - in Deutschland sowie auch im Ausland. Und auch an der Ausrüstungsfront wird es spannend, denn es gibt, gerade auf dem UL-Markt, wirklich tolle Produkte die ich versuchen werde vorzustellen. Weiterhin sind mit Marcel und Markus blogübergreifende "Aktionen" geplant, es haben sich interessante Gastblogger angemeldet und natürlich gibt es auch wieder einen Adventskalender - diesmal dann auch mit 24 Türchen ;)

Achso, und noch in den nächsten Wochen wird es ein Kursangebot geben, welches auf die Bedürfnisse interessierter Einsteiger zurechtgeschnitten sein wird. Vom Leichtrucksackpacken über den Dosenkocherbau bis hin zur ersten Nacht unter Tarp und Quilt ist alles dabei was Spaß und leicht macht...

Es wird also ein tolles Jahr. Let's get ready to rumble...!


Achso, hier noch kurz mein Lieblingsbild 2010

Entstanden ist es in einer furchtbar kalten Nacht in der Hardangervidda Ich nur nur in Merinowolle und darauf wartend, dass die Kamera ihre 60 Sekunden Belichtung und 60 Sekunden Speichern hinter sich bringt. Und weil ich irgendwie verpennt war, musste ich es viermal machen *bibber*

Smarter Backpacking von Jörgen Johansson

Zu Weihnachten habe ich mir selber das (englischsprachige) Buch "Smarter Backpacking" von Jörgen Johansson geschenkt. Falls dir Jörgen Johansson selber kein Begriff ist, solltest Du unbedingt seiner hervorragenden Webseite www.fjaderlatt.se einen Besuch abstatten.

Ein paar Eckdaten:
Umfang: über 188 einfarbige Seiten
Cover: Softcover
Kapitel: 49
Fotos: keine
Gewicht: 233 Gramm

Mit "Smarter Backpacking" ist ihm eine Art theoretisches Grundlagenwerk zum Thema "Trekking ultraleicht" gelungen. Er konzentriert sich dabei voll und ganz auf das Prinzip des leichteren Wanderns, die Reduktion - Auflistungen am Markt verfügbarer Produkte sucht man vergebens. So ist ein zeitloses Buch entstanden, welches auch noch in Jahren, wenn es viele Produkte oder Hersteller nicht mehr geben wird, bedenkenlos empfohlen werden kann.




Man merkt dem Autor seine Erfahrung durchweg an, lässt er sie doch in fast allen Kapiteln mit einfließen. So wird zB erklärt, warum er durchaus zu etwas stabileren Trekkingstöcken greift, obwohl diese schwerer sind. Er schreibt:
"On my trips, I've broken a couple of poles, both the heavier kind and the light carbon fibre poles. This has made me a bit conservative concerning weight and durability."Diese Erfahrung sorgt für eine solide Grundlagenvermittlung, die eben nicht nur das Gewicht, sondern auch die Sicherheit mit einbezieht.

Etwas ungewohnt ist der Aufbau des Buches; so ist es nicht thematisch, sondern alphabetisch gegliedert. Angefangen von "Ankle support" landet man über "Pillow" beim "Windshirt". Dabei fasst er sich meist kurz, denn die Kapitel sind selten länger als ein paar Seiten. Und genau hier unterscheidet es sich elementar vom deutschen "Trekking Ultraleicht" von Stefan Dapprich. Dapprich beginnt bei einem Thema, führt in die Materie ein, erklärt und vertieft durch viele Tipps, Beispiele oder auch Selbstbauanleitungen.
Ob jetzt didaktisch oder alphabetisch spielt allerdings keine große Role. Denn nicht nur die Herangehensweise sondern auch der Inhalt unterscheidet die Bücher, und macht sie somit eigentlich unvergleichbar ;)

Was mich allerdings stört ist die wirklich bocklangweilige Aufmachung des Buches. Sind die Schweden durchaus für modernes Design bekannt, hat man sich bei Typografie und Gestaltung hier leider für den ultraleichten Weg entschieden und eigentlich alles weggelassen, was ein Buch optisch interessant macht - inklusive eventueller Fotos. Lediglich die kurzen Kapitel sorgen dafür, sich nicht komplett in der Textwüste zu verlieren.




Davon aber abgesehen, erwirbt man ein solide verfasstes Buch mit einem reichhaltigen Angebot an Wissen, welches selbst gestandenen UL-Hasen ein kurzweiliges Lesevergnügen bereiten sollte. Interessant auch der Online-Teil des Buches, denn Updates und Fotos gibt es mit Passwort im Internet auf der Webseite zum Buch.


Meine Empfehlung: Daumen hoch, es gehört in jeden leichten Bücherschrank direkt neben "Trekking Ultraleicht" und "Trail Life".

Jörgen, if you read this little review: You wrote a great book and it fills the gap between "Trail Life" and the german "Trekking Ultraleicht" perfectly. Great job!
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