Wintersetup: Bekleidung

Der Winter steht vor der Tür und es zieht mich nach draußen. Da stellt sich doch die Frage: was ziehe ich an (ich hab' ja nix :D)? Anders als im Sommer, wo unpassende Kleidung lediglich unangenehm ist, kann sie im Winter durchaus fatale Folgen haben. Ist die Isolation zu gering oder wird sie feucht, oder ist die Kleidung zu empfindlich und schon die geringste Belastung beeinträchtigt ihre Funktion, wirds frisch - und wie las ich auf ODS: Wer friert verliert!

Was also muss Bekleidung im Winter leisten? Sie muss...
  • Feuchtigkeit optimal vom Körper wegleiten
  • winddicht sein, um ein Auskühlen des Körpers durch Windchill zu verhindern
  • eine ausreichende Isoschicht bieten, die in Pausen und im Camp erweitert werden kann
  • die Extremitäten besonders schützen
  • ausreichend stabil sein

Bewährt hat sich auch hier das Zwiebelsystem, also der Kleidungsaufbau in Funktionsschichten:
  • 1. Schicht: Trockenhalten und Basiswärme
  • 2. Schicht: Vollwertige Isolationsschicht
  • 3. Schicht: Schutz vor äußeren Witterungseinflüssen

Ultraleichtes Winterwandern sieht also gar nicht so anders aus wie nichtultraleichtes Winterwandern, Gewicht läßt sich hier lediglich einsparen durch Multiple Use (also mehrfaches Verwenden der mitgenommenen Bekleidungsteile) sowie besonders leichte Bekleidung.

Mein Wintersetup für Temperaturen bis ca. -25 Grad sieht folgendermaßen aus:

1. Schicht
Oben: langärmliges Kunstfaserhemd, welches Feuchtigkeit gut weiterleitet; langärmliges Merinooberteil mit hohem Kragen und etwa 280 g/m2
Unten: 3/4 Merinoleggins mit etwa 180 g/m2
Kopf: optional eine dünne Merinosturmhaube
Hände: dünne Linerhandschuhe aus Merinowolle
Füße: leichte Merino-Kunstfaserliner; darüber VBL-Socken

2. Schicht
Oben: 100er Fleece mit hohem Kragen; optional eine Kunstfaserjacke
Unten: lange Merinoleggins mit 200 g/m2 und Kunstfaserinnenfutter (Woolpower Longjohn)
Kopf: windabweisende dicke Sturmhaube
Hände: winddichte dicke Fingerhandschuhe
Füße: dicke Merinosocken mit etwa 600 g/m2

3. Schicht
Oben: winddichter Softshellpulli oder eine Windjacke
Unten: winddichte Bergans Rask Pants
Kopf: dicke winddichte Mütze
Füße: gefütterte Winterstiefel und Garmaschen

4. Schicht für Pausen und Camp
Oben: eine wirklich dicke Daunenjacke
Unten: eine gefütterte Wärmehose
Hände: dicke gefütterte Fäustlinge

Wichtig ist, wichtige Bekleidungsteile redundant vorzuhalten. So gibt es keine Probleme, wenn unterwegs ein Paar Handschuhe verlorengeht oder die Mütze im Sturm davonfliegt. Auch habe ich für Nachts ein Paar dicke Wollsocken in 600er Qualität dabei - Daunenschuhe verrichten hier auch einen guten Job - sowie eine lange Fleecehose. In die Schuhe habe ich dicke Wollfilzsohlen eingelegt, die eventuelle Feuchtigkeit gut aufnehmen und eine gute Wärmeisolation gegen Bodenkälte bieten. Für die Augen trage ich eine Skibrille mit entsprechendem UV-Schutz.

Die einzelnen Schichten können natürlich, je nach Einsatzzweck, variiert werden - mal braucht man eine dicke Leggins, mal nicht, mal reicht ein Windbreaker, mal muss es etwas wärmeres sein.

Generell gilt: Daune ist bei besserer Isofähigkeit wesentlich leichter als Kunstfaser, allerdings auch empfindlicher. Leichte Materialien empfindlicher als schwerere. Viele "Garagenfirmen" sowie als auch Globalplayer bieten ein breites Angebot an Winterbekleidung an, aber auch im MYOG-Bereich ist einiges Möglich, wie unser Wintertreffen im Harz gezeigt hat.

Viel Spaß auf deiner Wintertour und denk' dran: wer friert verliert... ;)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hast du auch eine aktuelle Packliste mit Gewichten? ;-)

Grüße,
Knilch

Q Bloggt hat gesagt…

Kommt :D

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