Thematisch hats zwar nix mit ultraleichtem Wandern zu tun, doch ich schreib trotzdem etwas dazu...
Es ist erst ein paar Wochen her, da machte ein neues Micropayment-System die Runde: Flattr. Mit dem gewissen Web 2.0-Touch ausgestattet, incl. der obligatorischen Beta-Phase mit Einladung, verspricht Flattr über seine Gemeinschaft eine eventuelle Vergütung für Inhalts-Produzenten. Angebotene Einladungen über Twitter sind keine Seltenheit (obwohl auch eine Mail an die Betreiber ausreicht :D), und ist man erstmal angemeldet, geht auch die Integration in unterschiedlichste CMS- und Blogsysteme fast immer problemlos.
Soweit, so gut... Aber wie genau funktioniert Flattr eigentlich? Zuerst überweist man monatlich Geld an Flattr. Dieses Guthaben wird monatlich an alle Benutzer des Micropaymentsystems verteilt, deren Beiträge ich über Flattr honoriert habe. Den Hype mal außen vor gelassen, ist Flattr also ein Nehmen und Geben von Geld. Geld? Spätestens jetzt sollte der einem (dem deutschen) Steuersystem angehörende Leser hellhörig werden, denn für mich ergeben sich da gleich zwei Probleme.
1. Steuerliche Probleme mit Flattr
Da es sich um Einnahmen (und Ausgaben) handelt, müssen meine Flattr-Umsätze dem Finanzamt mitgeteilt werden. Mache ich das nicht kann es Probleme geben, immerhin ist meine Teilnahme an Flattr ja offensichtlich. Dieses gilt natürlich auch für die Teilnahme an (anderen) Werbesystemen, aus denen Einnahmen resultieren. Achso, das Impressum muss dann natürlich auch den Anforderungen eines kommerziellen Anbieters genügen!
2. Rechtliche Probleme mit Flattr
Verwende ich Inhalte (Texte, Bilder, Videos, Google-Services?, ...) von anderen Anbietern, müssen die Nutzungsrechte im Blick behalten werden. Immerhin wird mein Angebot dank Flattr kommerziell und vielfach wird die kommerzielle Nutzung untersagt oder obliegt speziellen Nutzungsrechten/Regeln.
Aus diesen Gründen fliegt Flattr bei "Q bloggt..." wieder raus. Ich mag zwar das Prinzip des einfachen Wertschätzens anderer Beiträge, doch die Nachteile von Flattr überwiegen für mich. Hinzu kommt, dass ich mein Blog führe weil es mir Spaß macht und nicht, um Geld damit zu verdienen. In Zukunft gibts also wieder Kommentare statt Klicks auf den Flattr-Button...
Nachtrag
Ein interessanter Artikel zu der Flattr-Problematik findet sich übrigens hier.